Bei Hitze richtig Lüften
Diese Regeln sollten Sie dringend beachten
Auch wenn es der Sommer 2024 bislang noch nicht so ganz geschafft hat: Klettern die Temperaturen für einige Tage auf 35 Grad oder mehr, kann es in den eigenen vier Wänden schnell unangenehm schwül werden.
Aber keine Sorge: Es braucht nicht sofort eine teure und stromfressende Klimaanlage, um die heißen Tage im Jahr gut zu überstehen. Allein das richtige Lüften kann wirksam helfen, die Wohnung abzukühlen. Und so geht`s:
Prinzipiell gilt
Wenn es draußen warm wird, sollten Sie die Fenster tagsüber geschlossen halten. Lüften ist dann ganz in der Früh und abends sinnvoll, denn dann strömt kühle Luft in die Wohnung. Achtung: Im Sommer dauert der Luftaustausch länger als im Winter, da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Winterluft. Deswegen gilt: Stoßlüften ist gut, Querlüften ist besser.
Nur beim langen Lüften kommt ausreichend Luft ins Innere, um die Temperatur spürbar zu senken. Kippen alleine reicht abends meist nicht aus. Durch eine Nachtlüftung mit offenem Fenster kann die gespeicherte Wärme über mehrere Stunden weichen. Sollten dadurch ungeliebte Insekten in die Wohnung fliegen oder krabbeln, ist ein Fliegengitter als Schutz einfach und kostengünstig montierbar.
Zusätzliche Tipps bei Hitze
Wenn die Wohnung erst einmal eine ungewollte Sauna ist, lässt sie sich nicht mehr ganz so einfach abkühlen. Neben dem richtigen Lüften sind folgende Tipps zusätzlich hilfreich, um die Temperatur abzusenken:
- Je mehr Sonne in die Wohnung eindringt, desto wärmer wird es. Jalousien, Fensterläden und Rollläden sollten deswegen – sofern vorhanden – tagsüber immer geschlossen gehalten werden.
- Wenn man in einem Altbau wohnt und davon nicht Gebrauch machen kann, hilft es auch, eine Decke oder ein großes Handtuch vor das Fenster zu klemmen.
- Wandteppiche oder dicke Teppiche auf dem Boden sind im Winter angenehm, sollten im Sommer aber mit Blick auf die Wärmespeicherung lieber im Keller zwischengelagert werden.
- Es lohnt sich zusätzlich, nicht notwendige Elektrogeräte ganz ausschalten, denn sie treiben die Temperatur nur unnötig hoch.
- Kalte, nasse Handtücher können an Sommertagen die Luft in überhitzten Räumen abkühlen. Übrigens: Das hilft auch Vierbeinern wie Hund, Katze oder Kaninchen, ihre Körpertemperatur abzukühlen.
Auch im Sommer auf Schimmel achten
Schimmel ist nur ein Problem im Winter? Leider nein. Auch wenn die Schimmelgefahr im Sommer nicht ganz so groß ist wie in der kalten Jahreszeit, sollte man die Luftfeuchtigkeit und die negativen Folgen nicht unterschätzen.
Besonders anfällig für Schimmelbildung sind Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit, also Bad und Küche oder kühle Kellerräume.
Das sollten Sie gegen Schimmelbildung auch im Sommer beachten:
- Nach dem Duschen oder nach dem Kochen ist ein kurzes Stoßlüften aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit auch im Sommer ratsam.
- Restfeuchtigkeit nach dem Baden oder Duschen sollte immer mit einem Tuch aufgewischt werden.
- Nasse Wäsche führt zu zusätzlicher Feuchtigkeit im Raum. Wenn möglich, sollte die Wäsche daher draußen aufgehängt werden.
- Beim Kochen hilft es, konsequent die Abzugshaube zu nutzen.
Mit einem Hygrometer hat man die Luftfeuchtigkeitswerte immer im Auge. Bei Innenräumen ist eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent ideal. Bei abweichenden Werten sollte man tätig werden.
Das gilt für Kellerräume
Im Sommer endlich mal den muffigen Keller ausgiebig lüften? Die Versuchung ist groß, aber leider eine Fehleinschätzung. Vor allem in Kellerräumen kann falsches Lüften schnell zu ungewollten Problemen führen. Denn warme Luft beinhaltet viel Feuchtigkeit.
Den Keller im Sommer zu lüften, führt also dazu, dass die Feuchtigkeit weiter steigt. Deswegen gilt: Bitte erst dann lüften, wenn die Luft draußen deutlich trockener und kühler (mind. 5 Grad) ist als im Keller selbst. Andernfalls wird der eigene Keller noch feuchter und unangenehmer, als er womöglich zuvor war.





